Als Fotograf war Thomas Sing (45) sehr erfolgreich, arbeitete für namhafte Modezeitschriften wie „Madame“ oder „Vogue“. Dann erkannte er, dass diese Welt im Umbruch war und die Herausforderungen, um in diesem Bereich erfolgreich zu bleiben, enorm waren. „Ich habe viel investiert, aber das, was zurückkam, war oft enttäuschend. Der Kommerz hat mich nicht erfüllt“, reflektiert er über diese Jahre.
Inzwischen konzentriert sich der Künstler auf die Bildende Kunst – in Augsburg, im italienischen Veneto und in Paris. Die Geburtsstunde seiner persönlichen Malerei erfolgte im Mai 2022. Seitdem arbeitet Thomas Sing mit Ölfarben auf großflächigen Leinwänden daheim, in seinem Atelier in der Wohnung in Lechhausen.
Thomas Sing steht extrem früh auf, „manchmal sogar schon um 4.30 Uhr, um zuerst Sport zu treiben“. Danach malt er den ganzen Vormittag. „Nachmittags bin ich dann mein eigener Galerist und Verleger.“ Unterstützt wird er dabei von seiner italienischen Frau Chiara Padovan, die ihm bei Übersetzungen und der Erstellung seiner Kunstbücher hilft. Für seinen sechsjährigen Sohn Tankred, der, wen wundert es, auch sehr gerne malt, bleibt auch noch genügend Zeit, was beiden sehr wichtig ist.
Sings akademischer Hintergrund ist ebenso vielfältig wie seine künstlerischen Begabungen. Mit einem Studium in Literatur, Philosophie, Psychologie, Semiotik und Französischer Literatur an der Universität Augsburg hat Sing sich nicht nur das Wissen, sondern auch die Werkzeuge angeeignet, um die komplexen Strukturen menschlicher Erfahrung zu durchdringen. „Die Frage nach dem, was jenseits des Sichtbaren liegt, hat mich von Beginn an fasziniert“.
Sein erster Bildband „Until I Break“ wurde ein großer Erfolg und ebnete den Weg für seine weitere künstlerische Entwicklung. „Ich wollte von der reinen Fotografie wegkommen und etwas Einzigartiges schaffen. Jedes Bild sollte ein Unikat werden.“
Trotz des Erfolgs gab es etwas, was ihn am Fotografieren störte: „Ich fühlte mich von der Technik und den Apparaten sowie der verwendeten Chemie abhängig. In der Malerei kann ich den kreativen Prozess dagegen vollständig kontrollieren.“
Trotz dieser neuen Leidenschaft bleibt die Fotografie für Sing die Grundlage seines Schaffens. Er nimmt auch weiterhin gerne Aufträge als Fotograf an, wobei momentan die Malerei den größten Teil seines Lebens einnimmt.
Am 27. März findet die Vernissage „Sehnsucht Mensch“ um 18 Uhr in der Ecke Galerie Augsburg (Elias-Holl-Platz 6) statt. Hier werden Zeichnungen von Tilla von Gravenreuth und Ölgemälde von Thomas Sing zum ersten Mal gemeinsam ausgestellt. Das Ausstellungs-Opening ist öffentlich und jedermann herzlich willkommen.

Sing in seinem geliebten Paris.
Lektüre zur Entspannung.
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