Augsburg – Dauer-Baustellen, wohin man auch sieht: Karolinenstraße, Hauptbahnhof, Staatstheater, Uniklinik, Perlachturm und die Ulrichskirche. Und jetzt auch noch das Rathaus! Das soll aufgrund umfangreicher Sanierungsmaßnahmen fast zwei Jahre dicht bleiben. Vom 29. Juli 2024 bis voraussichtlich Mai 2026. Hauptamtsleiter Bernhard Maurmeir zufolge geht es hauptsächlich um eine Asbestsanierung des Oberen Fletz. Daneben würden im Fürstenzimmer III Rohbauarbeiten vorgenommen.
Was die Sanierung vieler Augsburg-Attraktionen für den Tourismus bedeutet, erklärt uns Tourismusdirektor Götz Beck. Zunächst einmal: Einen direkten Effekt auf den Tourismus merke man nicht. „Und wir sind ja froh, dass was passiert“, betont Beck. Es stünden erstens verschiedene Konzepte für die nächsten Monate bereit, um zum Beispiel den Besuch des Goldenen Saals zu ersetzen. Ob Fuggerei oder Römerlager: „Wir haben da immer wieder interessante Alternativen“, so Beck.
Götz Beck: Wieder mehr als eine Millionen Übernachtungen in Augsburg erwartet
Zweitens kämen die Besucher nicht nur zum Beispiel wegen des Goldenen Saals nach Augsburg. So schwer wiegt ein geschlossenes Denkmal also nicht. Im Gegenteil: „Wir gehen davon aus, dass die Eine-Million-Marke bei den Übernachtungen wieder überstiegen wird.“
Neben dem Städtetourismus funktioniere nämlich auch das Unesco-Konzept und der Kongresstourismus in der Fuggerstadt gut. Und der Tourismus sei auch ein wichtiger Faktor, um die Innenstadt zu beleben, die zuletzt mit Leerständen zu kämpfen hatte.
Was Beck zu den anderen Baustellen in Augsburg und ihrem Effekt auf den Tourismus sagt:
Nach der Winterpause wurden laut Stadt die Arbeiten ab dem 4. März wieder aufgenommen. Im Oktober 2024 soll die Umgestaltung der Karolinenstraße dann voraussichtlich vollständig abgeschlossen sein.
Doch das tut dem Besucherstrom keinen Abbruch: Götz Beck betont, sie haben vom Besucheraufkommen keinen Unterschied gemerkt, wo die Stücke laufen. „Das Angebot ist ja da“, und das funktioniere auch in anderen deutschen Städten gut, betont der Tourismusdirektor.
Götz Beck meint: Einerseits sei die Baustelle eine Belastung, andererseits sei es stark, dass sich die Infrastruktur verbessert. „Was wir wirklich brauchen, ist etwas zur Orientierung, wenn man aus dem Bahnhof rauskommt. Etwa: Wo geht‘s zum Rathaus, zum Dom, zur Tourist-Information?“ Da sei man aber dran.
Laut Bayerns Wissenschaftsminister Markus Blume soll mit dem Neubau in Augsburg eines der modernsten Klinikareale Europas entstehen.